Um extrem arme Menschen aus der größten Not herauszukatapultieren, ist es sinnvoll, Ihnen mit Geld auszuhelfen. Allerdings gilt im Allgemeinen die Regel, dass das Austeilen von Geld nur das Gegenteil von dem bewirkt, was Ziel der Armutsbekämpfung ist, nämlich die Nachhaltigkeit. Das Verteilen von Geld hat auch den Beigeschmack von Almosen und neigt dazu, die Menschenwürde der Empfänger zu untergraben. Aus diesem Grunde gilt, dass gesunde, arbeitsfähige Menschen keine Sozialhilfe erhalten sollten, sondern allenfalls Kleinkredite, mit deren Hilfe sie ein eigenes Geschäft oder ein Mini-Unternehmen gründen oder ihre Landwirtschaft verbessern können. (Siehe unter: Kleinkreditvergabe)
Anders dagegen liegt der Fall von sozial schwachen Menschen wie den Alten, den Behinderten, den Witwen und Waisen. Diese Menschen sind oft nicht in der Lage, sich durch eigener Hände Arbeit selbst zu helfen, so dass hier zwangsläufig die Frage auftaucht, ob nicht der Staat eine Verantwortung für diese benachteiligten Menschen hat, die ohne staatliche Unterstützung oft am Hungertuch nagen. In industrialisierten Ländern haben diese Menschen Anspruch auf eine soziale Unterstützung des Staates, während nur wenige arme Länder eine Sozialhilfe für sie vorgesehen haben. Sozialhilfe für sozial Schwache ist nicht gerade ein Arbeitsbereich der Armutsbekämpfung, wie sie von Hilfsorganisationen oder Entwicklungsministerien betrieben wird, aber seit neuestem wird zumindest in Fachkreisen darüber diskutiert, ob nicht die armen Länder einen kleinen Teil ihres nationalen Einkommens (man spricht von 5% des Haushaltes) für diesen Zweck aufwenden sollten, damit wenigstens die extremste Armut vermieden wird. Versuche haben gezeigt, dass cash transfers, also soziale Barauszahlungen an Witwen, Waisen, Alte und Behinderte in der Regel gut angelegtes Geld darstellen, weil sie meist für Bildung und Gesundheit ausgegeben werden, was zeigt, dass die Armen sehr wohl wissen, wo die Prioritäten sind.
Dokumente:
Mein Kapitel „Hartz IV für Waisen und gefährdete Kinder“ in: Janet und der Graue Tod.
Weiterführende Links:
DFID-Seite, suche dort unter „cash transfers“ oder „social transfers“:
http://www.dfid.gov.uk/
Ein DFID-Paper zu „Social Transfers and Chronic Poverty“:
http://www.dfid.gov.uk/pubs/files/social-transfers.pdf
Eine Seite über Barauszahlungen an sozial Schwache in Sambia:
http://www.socialcashtransfers-zambia.org/
Informationen der Weltbank über Cas Transfers:
http://go.worldbank.org/APKV8M69J0
Informationen über Cash Transfers von Oxfam:
http://publications.oxfam.org.uk/oxfam/display.asp?isbn=0855985631
Ein Beispiel von Cash Transfers in Brasilien:
http://www.mfdr.org/sourcebook/6-1Brazil-BolsaFamilia.pdf
Versuch eines Cash-Transfer-Projeks in New York:
http://www.nytimes.com/
Spanische Webseite für ein Programm für sozial Schwache in Mexiko:
http://www.oportunidades.gob.mx/
Ein DFID-Paper über lateinamerikanische Cash-Transfer-Programme:
http://www.eldis.org/fulltext/verypoor/5_ningenda.pdf

