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Leben mit Hartz IV

Hartz IV ist die Grundsicherungsleistung für nicht arbeitende Erwerbsfähige. Hartz IV ist die Bezeichnung für das „Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“. Mit diesem Gesetz wurde ab Januar 2005 die Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe zusammengelegt. Jetzt gibt es Arbeitslosengeld II für Arbeitslose und Sozialgeld für Angehörige von Arbeitslosen. Jeder, der arbeitslos und bedürftig ist, bekommt nur noch Leistungen, die so hoch sind wie die Sozialhilfe. Egal, was jemand gelernt hat und wie viel er oder sie vorher verdient hat. Der Regelsatz, der den Empfängern zur Verfügung steht, beträgt 416 Euro (April 2018). Zusätzlich bekommt man für die Wohnung die Miet- und Mietnebenkosten bezahlt – allerdings nur bis zu einer gewissen Größe der Wohnung.

Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Zur Zeit gibt es in Deutschland rund 2,5 Millionen Arbeitslose. Trotz der guten Konjunktur ist die Arbeitslosigkeit auch 2018 immer noch ein Massenphänomen. Das heißt: Der Grund dafür liegt in vielen Fällen nicht im Verhalten der Betroffenen, sondern im strukturell bedingten Fehlen von Arbeitsplätzen. Wichtigste Ursache der Arbeitslosigkeit ist der Trend zum Stellenabbau der Unternehmen aufgrund von Überproduktivität, Fusion, Outsourcing und/oder Gewinnmaximierung. Hinzu kommen persönliche Schicksalsschläge wie Krankheit, Invalidität, Mutterschaft u.ä. Freilich gibt es auch das Phänomen der Arbeitsunwilligkeit. Weit verbreitet ist die Unterqualifikation, aber auch die Überqualifikation.

Über den Empfänger von Hartz IV lässt sich sagen, dass er oder sie - zumindest in der Theorie:

  • nicht verhungern muss
  • nicht verwahrlosen muss
  • oft mit dem Fahrrad seine Erledigungen machen muss
  • per Telefon, PC und Internet kommunizieren und sich ausreichend informieren kann

Allerdings gibt es Beispiele von Hartz-IV-Empfängern, die aufgrund von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Insolvenz usw. in Armut gestürzt sind und das Leben mit Hartz IV als persönlichen und gesellschaftlichen Absturz erleben und die die Hoffnung auf Besserung aufgegeben haben. (Die Betreiber dieser Website erhalten zahlreiche Zuschriften mit konkreten Beispielen, die das belegen.)  

Selbst wem es tatsächlich gelingt, mit Hartz IV über die Runden zu kommen (es gibt Zuschriften, die das ausdrücklich belegen), müssen Hartz-IV-Empfänger  äußerst bescheiden und anspruchslos leben, mit jedem Cent rechnen, sich rational und rationell verhalten und zu verzichten lernen. Wenn alle regelmäßigen Zahlungen (wie Versicherungen und Nahrungsmittel) bezahlt sind, bleibt wenig übrig etwa für folgende Extras:

  • Kino, Theater, Konzerte und Sportveranstaltungen
  • Einladungen und Bewirtung von Gästen, Freunden, Verwandten
  • Restaurantbesuche
  • Möbel u. anderer Hausrat (Neuanschaffung) wie Waschmaschine, Sitzgarnitur
  • Kleine Geschenke zu Geburtstagen, Weihnachten etc.
  • PKW (Anschaffung oder Unterhalt)
  • Urlaub und Reisen
  • Tageszeitung
  • Vereinsbeiträge
  • Rücklagen für spätere Anschaffungen

Wer in dieser Weise zur Armut genötigt ist, empfindet diese Armut auch als schmerzhafte Ausgrenzung aus großen Teilen des gesellschaftlichen Lebens. Er oder sie fühlt sich in seiner menschlichen Würde herabgesetzt.

Hartz IV-Familien

1,6 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Deutschland erhalten laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit Hartz-IV-Leistungen. Das eigentliche Ausmaß Hartz-IV-abhängiger Kinder ist aber noch größer: Weitere knapp 250.000 Kinder zwischen 15 und 18 Jahren sowie rund 115.000 Kinder ohne eigenen Leistungsanspruch leben in Hartz-IV-Haushalten.

Hochprävalenz von Hartz-IV-Kindern in deutschen Städten:














Wie man trotz Armut doch auskommen kann

Hier ist ein Link, wie andere mit Armut zurecht kommen:

https://perspective-daily.de/article/326/IaPax9W8

Weiterführende Links finden Sie unter der Rubrik Armut in Deutschland

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